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Parkinson

09.11.2018

Im Rahmen einer Bowen Therapie basierten Diplomarbeit, wurde eine quantitative Forschung mit Parkinson erkrankten Klienten an der Gold Küste Australiens durchgeführt. Der Durchführungszeitraum der Pilotstudie, an der sieben Klienten teilnahmen, erstreckte sich von Oktober 2015 bis Januar 20

Um die Wirksamkeit der Bowen Therapie beobachten zu können, wählten die Teilnehmer zwei Symptome und eine Aktivität als Vergleichsparameter aus. MYMOP Formulare wurde verwendet um die Ergebnisse zu dokumentieren. Vorläufige Ergebnisse zeigten, dass es einige wissenschaftliche Beweise dafür gibt, dass die Bowen Therapie effektiv den Schweregrad der Parkinson Symptome bei einem Großteil der Klienten reduzieren konnte. Zum Beispiel zeigte die Bowen Therapie Erfolge im Bereich der Reduzierung von Schmerzen, Steifheit, Schweregefühl der Gliedmaßen und Körperteile und zeitweise des Tremors. Fast alle Klienten haben eine Verbesserung in alltäglichen Aktivitäten wie das Gehen und Sozialisieren erlebt, und eine Steigerung des Wohlbefindens erfahren.   Einleitung Weltweit sind 6-7 Millionen Menschen von der Parkinson-Krankheit betroffen. Schätzungsweise leiden ca. 80000 Australier an der Krankheit. (Parkinson’s Australia, 2013) Hierbei handelt es sich um ein komplexes Krankheitsbild mit vielen verschiedenen Darstellungsformen (Boelen, 2009). Die meisten Patienten klagen über einen Ruhetremor, Muskelsteifheit, Akinesie (abnormale Bewegung), das “Einfrieren” (die Unfähigkeit aktive Bewegungen durchzuführen), Posturale Instabilität, Sprachstörungen, Depressionen und fortgeschrittene Demenz. Der Umgang mit dieser Erkrankung ist ebenso komplex wie die Krankheit selbst und beinhaltet viele Disziplinen. Nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, ist die Parkinson Krankheit nicht heilbar. Die Krankheitsbewältigung erfolgt primär durch Medikation und Physiotherapie, welche durch eine Verminderung der Symptomatik mit der Bewältigung des Alltags helfen. In den letzten Jahren hat die Rolle der Physiotherapie und des Sports in Hinblick auf die Verbesserung der Gesundheit an Bedeutung gewonnen (Boelen, 2009). Der  Komplementären- und Alternativmedizin wird jedoch noch keine wissenschaftliche Bedeutung beigemessen. Die meisten Ärzte reagieren sehr verhalten und skeptisch, wenn Klienten Rat auf diesem Gebiet suchen. (Weiner et al, 2013).  Die Kritiker der Komplementären- und Alternativmedizin haben zum Teil Recht, wenn sie bemängeln, dass nicht genügend Beweise bezüglich der Wirksamkeit dieser Methoden erbracht werden. Bega und sein Team (2014) haben in einer aktuellen Bewertung der Komplementären- und Alternativmedizin hinsichtlich der Parkinson Erkrankung über 40 Forschungsstudien geprüft. (Tai chi, Tanz- und Kunsttherapie, Massage gehörten u.a. zu den zahlreichen alternativen Methoden). Die willkürlich angeordneten und kontrollierten Studien kamen zu dem Ergebnis, dass es “keine klinischen Beweise dafür gibt, dass Nahrungsergänzungsmittel oder Manuelle Therapien einen Vorteil gegenüber eines Placebos bei Parkinson Patienten haben. Trotz der fehlenden eindeutigen wissenschaftlichen Beweisen, greift ein großer Prozentsatz der Betroffenen aus verschieden Gründen auf diese zurück (40 Prozent der Parkinson Klienten in den Vereinigten Staaten von Amerika laut Ghaffari und Kluger, 2014). Also ist es überhaupt von Nutzen für Parkinson erkrankte Klienten, wenn diese sich hilfesuchend an die Alternativmedizin wenden? Die Wissenschaft scheint keine Evidenz hierfür liefern zu können, aber ist das Fehlen von Beweisen gleichzusetzen mit Ineffektivität? Dies könnte Gegenstand einer langen Diskussion sein, welche aber den Rahmen des vorliegenden Artikels sprengen würde. Es ist interessant zu erwähnen, dass Parkinson’s UK eine Broschüre besitzt, die 24 verschiedene Methoden (Massagen, Lachtherapie, Tanz, Akupunktur etc.) auflistet und Äußerungen von Betroffenen aufführt, die über den positiven Effekt durch den Einsatz der Komplementären- und  Alternativmedizin berichten.     Die Bowen Therapie ist eine von vielen Methoden, die eine positive Wirkung bei dieser Menschengruppe aufwies. Die meisten Klienten würden eine endlose Liste von anekdotischen Beweisen bezüglich der Bowen Therapie im Internet als nützlich sehen. Leider sind bis heute nur drei Bowen Studien/Forschungsarbeiten bekannt, die auf diesem Gebiet durchgeführt wurden. John Coleman, ein naturheilkundlich arbeitender Arzt hat die Bowen Therapie  für seine eigene Genesung von der Parkinson Krankheit eingesetzt. Sein Buch “Stop Parkin’ and Start Livin“ war das erste Buch seiner Art, welches zu diesem Thema veröffentlicht wurde (2005). Er stellte fest, dass die Bowen Therapie alleine die Parkinson Erkrankung nicht aufhalten kann, dass aber laut seiner Testergebnisse ihr eine physische Verbesserung der Teilnehmer von ca. 25 Prozent zuzuschreiben ist. Die Bowen Therapie wurde als Teil der “Return To Stillness” Strategie eingesetzt, bei der die Teilnehmer viele verschiedene Modalitäten nutzen ,um eine Verbesserung der Parkinson Symptome zu erzielen, sogar bis hin zu einer symptomfreien Phase (www.returntostillness.com.au). Bei der besagten Studie, handelte es sich um eine offene, retrospektiven Studie, die auf  Daten hinsichtlich der Bio- Feedback-Informationen aus Patientenakten basierte (Coleman, 2013). Die in 2007 durchgeführte Studie von Margaret Horn berichtete über eine 50 prozentige Verbesserung bei den Teilnehmern nach vier Behandlungen. In der Studie von Joshua Rasco aus dem Jahre 2009 (BAA, 2013), zeigte sich eine 40 %ige Verminderung der motorischen Symptome  bei den Klienten, verbunden mit einer Steigerung der Lebensqualität und Mobilität. Alle drei Artikel haben über die Effektivität der Bowen Therapie bei der Parkinson Erkrankung berichtet. In der  Welt der Medizin würde diesen Berichten wahrscheinlich keine Beachtung geschenkt, da die Studien nur im kleinen Rahmen durchgeführt wurden oder, weil die erzielten Ergebnisse, aus verschiedenen Gründen, nur schwer reproduzierbar sind. Der Autor dieser  aktuellen  Studie hatte zum Ziel weitere wissenschaftliche Beweise zu suchen bezüglich der Effektivität der Bowen Therapie im Rahmen  einer Pilotstudie mit Parkinson Klienten.     Forschungsvorbereitungen Es wurde besonders auf die Sicherheits- und Verschwiegenheitsregularien  geachtet. Die Klienten wurden sowohl mündlich als auch schriftlich über den Sicherheitsaspekt der Bowen Therapie aufgeklärt. Die Namen der Klienten wurden von den Formularen entfernt und mittels Codierung zugeordnet. Alle Teilnehmer erhielten einen Brief mit Informationen bezüglich der Bowen Therapie und dem Forschungsstand. Die Klienten wurden gebeten diese Informationen an ihre behandelten Ärzte weiterzugeben.  

Forschungsmethode
Zu Anfang der Studie wurde eine wissenschaftliche Fragestellung formuliert:  

Können wir wissenschaftliche Beweise für die Effektivität der Bowen Therapie in Hinblick auf Parkinson erkrankte Klienten liefern?  

Um diese Frage beantworten zu können hat der Autor eine quantitative Untersuchung mit Teilnehmern von dem nördlichen Teil der Goldküste Australiens im Zeitraum von Oktober 2015 bis Januar 2016 durchgeführt. Aufgrund der Limitation von Zeit und anderen Ressourcen ist diese Studie als anfängliche Pilotstudie angesetzt worden. Die Teilnehmer erhielten vier Bowen Behandlungen in zweiwöchigen Intervallen bei sich zu Hause. Es gab keine strengen Vorgaben bezüglich der Durchführung der Behandlungen. Die allgemeinen Richtlinien und Methoden der Bowenlehre wurden berücksichtigt. Jede Bowen Behandlung basierte auf den Ergebnissen der körperlichen Untersuchung und dem Feedback der vorangegangen Behandlungen.
Es wurden MYMOP (Measure Yourself Medical Outcome Profile) Formulare verwendet um den Fortschritt der einzelnen Klienten festhalten und auswerten zu können. Diese wurden in England entwickelt (Peterson, 1996), um eine Klienten basierte Aufzeichnung von Behandlungsergebnissen zu schaffen (Wilks, 2007). Das Ziel ist es das Resuktat zu ermitteln, welches der Klient für am wichtigsten hält. MYMOP umfasst vier Bereiche, die jeweils mit einem Sieben-Punkte-System bewertet werden können.
Diese vier Rubriken bezogen sich auf zwei Symptome, das Wohlbefinden und eine Aktivität des Alltags. Alle Bewertungen bezogen sich auf die vergangene Woche. Die Note 0 bedeutete die größtmögliche Besserung. Die Note 6 bedeutete die kleinstmögliche Verbesserung (siehe Tabelle 1. MYMOP (Peterson, 1996))
Es wurden insgesamt sechs MYMOP-Feedback-Formulare je Teilnehmer eingesammelt[g1] . Eine Erfassung der Ausgangssituation (vor der aller ersten Bowen Behandlung) ,und Folge-Feedback-Formulare, die wöchentlich erfolgten. Es kam eine Gesamtzahl von 30 Formularen zusammen, die Auskunft über die Behandlungsreaktionen auf die Bowen Therapie zeigte.  

Teilnehmer
Mit der Unterstützung der Parkinsons Queensland Support Group wurden neun Teilnehmer rekrutiert (die Ergebnisse von zwei Teilnehmern wurden nicht berücksichtigt, da diese ausgestiegen sind bevor alle vier Behandlungen durchgeführt werden konnten.) Die Altersspanne reichte von 59-82 Jahren, sieben Frauen und zwei Männer nahmen an der Studie teil. Alle Klienten nahmen Parkinsonrelevante Medikation ein, einer hatte sogar ein Gehirn Schrittmacher. Es wurden Daten gesammelt bezüglich der Medikation, des Gesundheitszustandes und der Lebensführung (Trinkmenge, Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel, der Einsatz alternativer Heilmethoden etc.) Datensammlung  

Alle MYMOP Ergebnisse der Klienten wurden tabellarisch festgehalten T1-T4 stellen die Behandlungen da. Der Schweregrad der Symptome wurde mit dem MYMOP-Bewertungssystem 0-6 erfasst. (siehe z.B. Tabelle 2)  

Datenanalyse

Die in der Tabelle dargestellten gesammelten Daten zeigten: bis auf einen Klienten W, der keine signifikante Verbesserung aufwies, zeigten alle anderen sechs Klienten eine stetige Verbesserung in all den vier Bereichen ihrer MYMOP Ergebnissen. Klientin A z.B. zeigte die größte Verbesserung auf allen vier Gebieten ihrer MYMOP-Rückmeldung. (Tabelle 2) Sie hatte ihre linksseitigen Hüftschmerzen mit 6 (‚der schlechteste Zustand‘) bewertet und die Benotung nach drei Bowen Behandlungen auf  die Note 2 (0 bedeutet: der ‚bestmöglichste Zustand‘) reduziert.  Alle anderen Klienten zeigten ähnliche Ergebnisse nach der dritten Behandlung mit einer Reduzierung der Ausgangsnote um 1-3  Stellen bezüglich der Symptome, der Aktivität und des Wohlbefindens. Es gab auch keine Verschlechterung der Symptome verglichen mit der Ausgangslage. Diese Ergebnisse zeigten, dass die Bowen Therapie für sechs der sieben Teilnehmer vorteilhaft war, für einen Klienten (A) sogar außerordentlich erfolgreich. Das Ausbleiben einer Verschlechterung der Symptome zeigt wie sicher diese Behandlung für alle beteiligten war.
Betrachten wir die Ergebnisse der MYMOP Aussagen (nach der dritten Behandlung) der sieben Teilnehmer, erhalten wir 28 Ergebnisse. Von den 28 Ergebnissen zeigten nur vier keine Verbesserung, d.h. 85% der Endergebnisse zeigten irgendeine Form einer Steigerung im Verglich zur Ausgangslage. (MYMOP-Ausgangsbewertung). Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass von den vier negativen Rückmeldungen, drei dem gleichen Klienten (W) zuzuordnen sind.

Die Ergebnisse sagen aus, dass die Bowen Therapie sechs von sieben Klienten helfen konnte, und eine Besserung ihrer Parkinsonrelevanten Problem zufolge hatte. Um das Ausmaß der Verbesserung bewerten zu können, können wir die MYMOP Ergebnisse der ersten und letzten Erfassung vergleichen. Dies zeigte, dass es bei 20 Bewertungen der 28 Rückmeldungen eine Verbesserung von 30-50% gab, während bei acht Angaben die Verbesserung bei 15% oder darunter lag.  Es ist wichtig zu erläutern, dass es sich bei den acht Rückmeldungen um die Antworten von vier Teilnehmern handelte, wobei es beim Klienten W in den vier Bereichen keine Verbesserung gab, bei den anderen drei gab es bis auf einen Bereich eine  Steigerung.

Die Ergebnisse zeigen, dass obwohl fast alle Klienten eine Steigerung auf allen vier Gebieten ihrer MYMOP-Auswertungen hatten, 67% der positiven Veränderungen gering waren (unter 50%).Die übrigen 33% gaben starke positive Veränderungen an, acht der Rückmeldungen teilen sich auf vier Teilnehmer auf, von denen  vier vom Klientin A stammt. Sie zeigte die größte Steigerung auf allen vier Gebieten der MYMOP Formularen. Diskussion der Ergebnisse  

Wir können bestätigen, an Hand der vorläufigen Ergebnisse der Pilotstudie, dass es einige wissenschaftliche Beweise dafür gibt, dass Bowen vorteilhaft und sicher für Parkinson Klienten ist.

Diese Studie beinhaltet sehr starke Limitationen. Die MYMOP-Ergebnisse basieren auf die Einschätzung der Teilnehmer über ihr Wohlbefinden. Einige könnten argumentieren, dass dies ein schwacher Beweis ist. Als Teil einer sorgfältigen Durchführung hat der Erfasser seine Beobachtungsgabe, Anamnese und körperliche Untersuchungen angewandt. Die gewonnenen Ergebnisse können diese Daten untermauern. Diese werden zu einem späteren Zeitpunkt zusammengestellt.
Ob die Patienten motiviert wurden positivere Ergebnisse anzugeben, um freie Behandlungen zu erhalten sollte durchleuchtet werden. Die Anwesenheit des Behandlers oder eine unbewusste Annahme, dass positives Feedback weitere Behandlungen voraussetzte kann nicht ausgeschlossen werden. Es gab weitere Schwierigkeiten bei der Verwendung der MYMOP-Formulare. Der Forscher gab an, dass schwierige Lebensumstände der Teilnehmer sich auf die Einschätzung des Wohlbefindens, und somit auf die Fortschritte auswirkten. Dieser Einfluss könnte durch einen zweiten unabhängigen Forscher minimiert werden, der mit weniger Befangenheit urteilen könnte. Es schien, dass die Klienten, die ihrer Erkrankung positiver gegenüber standen und einen aktiveren Umgang damit hatten, bessere Ergebnisse erzielten. Diese Klienten waren aktiver während der Woche und waren motivierter in der Ausübung ihrer körperlichen Aktivitäten. Weitere gründliche Analysen gemäß des Zusammenhangs von Lebenswandel, Ausmaß der Aktivität,  Persönlichkeit und Einstellung zur Gesundheit werden benötigt um die Ergebnisse besser verstehen zu können.
Bei der vorliegenden Studie fehlen statistische Auswertungen der Daten und die Wiederholung der Forschungsarbeit mit einer größeren Gruppe über einen längeren Zeitraum, welches zukünftig nachgeholt werden sollte. Zukünftige Untersuchungen sollten auch auf ein standardisiertes Durchführungsprotokoll abzielen. John Coleman gibt Richtlinien in Hinblick auf Bowen Behandlungen bei Parkinson erkrankten Menschen (Coleman, 2006) an. Der Erfasser dieser Studie fand es schwierig sich an das Protokoll zu halten, da es ihm schien, dass die Parkinson Klienten schnell ermüdeten. Dies zeigte sich besonders dann, wenn Muskeltests während der Behandlungen durchgeführt wurden.  

Zusammenfassung
 
Obwohl die vorliegende Studie ermutigende Ergebnisse zeigt, sind weitere Forschungen notwendig, um eine Effizienz der Bowen Therapie bei der Behandlung der Parkinson Krankheit zu etablieren. Die Bowen Therapie ist eine sichere und non-invasive Modalität, die helfen kann das Ausmaß der Symptome zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern.  

Danksagung
 

Ich möchte gerne meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, danke an die Teilnehmer, danke an die wunderbare Inspiration Robyn Wood und ein großes Dankeschön an Ossie und Elaine, die das Erbe von Tom Bowen über die Jahre erhalten haben.  

Übersetzung Tessa Philip Jones          

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