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Der Steißbeingriff - Zugriff auf das Zentrale Nervensystem

25.11.2019 Erstellt von

Sicher ist es immer wieder eine brennende Frage: Wie funktioniert das mit der Bowen Technik, wie werden die sanften aber konkreten Impulse, die wir als Therapeuten setzen, verarbeitet oder wie gelangen sie zu den Organen oder zu unserem Zentralen Nerven System dem ZNS und so zu einem Teil von diesem, dem Autonomen NervenSystem (ANS), welches unter anderem Reaktionen steuert wie Wärmegefühl, Schwitzen, bessere Durchblutung, Entspannung, usw

Sicher ist es immer wieder eine brennende Frage: Wie funktioniert das mit der Bowen Technik, wie werden die sanften aber konkreten Impulse, die wir als Therapeuten setzen, verarbeitet oder wie gelangen sie zu den Organen oder zu unserem Zentralen Nerven System dem ZNS und so zu einem Teil von diesem, dem Autonomen NervenSystem (ANS), welches unter anderem Reaktionen steuert wie Wärmegefühl, Schwitzen, bessere Durchblutung, Entspannung, usw.

Sicher gibt es viele Möglichkeiten und Strukturen, welche unsere Impulse und unsere Botschaften wahrnehmen und weiterleiten können und vielleicht auch Wege, die auf rein energetischer Basis wirken.

Gerade beim Steißbeingriff, der so sanft ausgeführt wird und größte Intensität und Wirkung für die gesamten Beckenorgane und auch auf das Hormonsystem mit sich bringt, hat sich sicher schon mancher Bowen Practioner und auch Klient Gedanken gemacht, wie kann das funktionieren.

Bei der Beschäftigung mit verschiedener Literatur bin ich auf eine Struktur gestoßen, die mir früher nicht so besonders aufgefallen ist, aber nun seit ich BOWTECH praktiziere erneut meine Aufmerksamkeit geweckt hat, das Filum Terminale mit dem Lig. coxygeum =Steißbeinbändchen.

Unser Zentrales Nervensystem, Gehirn und Rückenmark ist von einemmehrschichtigem System, den Meningen (Hirnhäuten) umkleidet, die innerste Schicht, welche direkt dem Nervengewebe anliegt, die „weiche Hirnhaut“ oder Pia mater, die mittlere Schicht, die „Spinnwebenhaut“ oder Arachnoidea, zwischen diesen beiden Häuten ist ein Raum, in dem Flüssigkeit- Liquor fluktuiert und auf der Spinnwebenhaut liegt dann die äußere Schicht, die „Harte Hirnhaut“ oder Dura mater.

Wir betrachten jetzt besonders die Pia mater des Rückenmarks, welche die Fortsetzung der Pia mater des Gehirns ist und mit den Bindegewebsfasern ihrer Innenfläche zwischen die Fasern der weißen Substanz des Rückenmarks eindringt.

Das untere Rückenmark endet auf der Höhe L1 / L2 und setzt sich als Nervenfaserbündel (cauda equina) bis zum zweiten Kreuzbeinsegment (S1) fort, dort durchdringt die Pia mater die Arachnoidea und die Dura mater, weiter zieht sie als Ligamentum coxygeus (Steißbeinband) zum Steißbein (Os coxygeus), an dessen Basis es ansetzt.

Dieses Band ist zwar fein, aber recht widerstandsfähig und stabilisiert den Rückenmarksstrang am unteren Ende.

So ist es sicher nur zu verständlich, dass ein gezielter Impuls auf das Steißbein immer als Impuls auf das untere Rückenmark mit seinen Abzweigungen bzw. Nervenwurzeln, die den unteren Bauchraum(Beckenorgane, Urogenitalsystem) sensorisch, motorisch, und trophisch versorgen, vielleicht auch bis hinauf zum Hirnstamm zu verstehen ist.

Ein Teil des ANS, der „Grenzstrang“ des Sympathikus, der als paarige, durch Nervenfasern verbundene Kette sympathischer Ganglien, die beidseits der Wirbelsäule von der Schädelbasis bis zur Steißbeinspitze reichen, schließen mit einem unpaarigen Ganglion, das Ganglion Impar, das dicht auf der Vorderseite des Steißbein liegt, ab.

Die Wahrscheinlichkeit, dass auch diese sensible Struktur durch einen Impuls am Steißbein stimuliert wird und somit das Autonome Nervensystem, ist sicherlich sehr groß. Dies sind zwei mögliche Aspekte für die hohe Wirksamkeit der Bowen Technik und sie lassen auch verstehen, dass diese sehr achtsam angewandt werden soll.

Andererseits kann man aus diesen Verbindungen auch gut nachvollziehen, wie dramatisch und weitreichend sich Steißbeinverletzungen oder Verletzungen von Strukturen, die am Steißbein inserieren sich auswirken können.

Fritz Lang
Ebersberg / D

Quellen: Serge Paoletti: „Faszien“ Urban&Fischer 2001 Franklyn Sills: „Craniosacral Biodynamics“ Vol 2, North Atlantik Books 2004 Frank H. Netter: „Nervensystem I, Neuroanatomie u. Physiologie“ Georg Thieme Verlag

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